In Jonas’ und Silvis erster WG-Küche im kleinen Paderborn durfte eine der Herdplatten nicht betätigt werden, da sonst der ganze Strom in der Wohnung ausfiel, der Backofen funktionierte nur mithilfe eines Pfannenwenders, den man mit Kraft in den Türrand klemmen musste und die Besteckschublade wurde irgendwann ausgelagert, da sie weder geöffnet noch geschlossen werden konnte. Große, aufwändige Dinner gab es dennoch, meistens mit guten Freunden, häufig mit gutem Wein, immer mit guter Musik. Oft dabei: Silvis kleine Schwester Julia, die damals noch daheim bei polnischen Eltern wohnte und sich vom Abi-Stress nicht abhalten ließ, zu Besuch zu kommen.

Irgendwann zog Julia selbst in ebendiese WG in Paderborn – eine Stadt, die neben Wenig auch noch den Studiengang Populäre Musik und Medien zu bieten hat. Der Grund für uns alle drei, dort einige Jahre unseres Lebens zu verbringen und sich neben dem Studium vor allem mit wundervollen Menschen zu beschäftigen und gemeinsam kreativ zu werden.

Unsere alte WG gibt es nicht mehr, den Backofen hoffentlich auch nicht. Unsere Wohnorte und Küchen haben sich verändert, und wir mit ihnen. Jonas steht kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiums und finanziert sich dieses als selbstständiger Fotograf und Designer, Silvi lebt als freie Journalistin in Berlin und Julia zog es zwischendurch über München nun auch in die Hauptstadt, wo sie bald ihren Master anfängt. Aber egal, wohin es uns verschlug, vor welchen Kulissen sich unser Alltag mittlerweile abspielt – die Lebensmittelpunkte sind dieselben geblieben. Auch wenn zu unserer Freundschaft mittlerweile nicht nur das gute, vegane Essen, die ewige Suche nach der perfekten Playlist und die gefundene Heimat im jeweils Anderen gehören, sondern auch unzählige Zugfahrten, Vorfreude und Abschiede – und immer auch das Bedauern, dass man sich zu selten sieht.

Aus all dem entstand letztendlich die Idee für unseren feinen, veganen Blog. Hier haben wir alles vereint, was uns begeistert: ästhetische Aufgeräumtheit, die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, Jonas’ Auge fürs perfekte Bild und Julias und Silvis Versessenheit auf verdammt gute Tomatensauce oder die Verzückung beim Anblick eines geschmeidigen Hefeteiges.

Eigentlich ist syrupsyrup.de eine Dokumentation und Weiterentwicklung der ersten gemeinsamen Sonntage in der alten WG-Küche: Als man sich noch nicht ganz so gut kannte, aber dennoch genau wusste, dass nicht nur das gemeinsam gekochte Linsencurry etwas Besonderes sein würde.